YodaL ist jetzt “ausgebildete” Betriebsrätin

Hab jetzt alle meine Pflichtseminare nach dem Betriebsverfassungsgesetz abgeschlossen und bin ab jetzt gut gerüstet für meine neuen Aufgaben als Betriebsrätin. Und die Aufgaben machen Spass, vorausgesetzt, man bewahrt die nötige Distanz.

Nicht freigestellt, stellt meine neue Position schon eine Herausforderung dar, denn ich darf meinen eigentlichen Job – wenn auch nur teilweise – auch noch machen. Und es ist gut so. Die Seminare haben mir eines gezeigt: Arbeitsrecht ist spannender, als es auf den ersten Blick scheint.

Beim letzten Seminar war der gesamte Kurs auf dem Arbeitsgericht. Da die Verhandlungen alle öffentlich sind, war das kein Problem. Nur das Gesicht des Richters und der Prozessbeteiligten war schon Erlebnis genug. Wann erscheinen bei einem Arbeitsrichter plötzlich 15 Männlein und Weiblein im Gänsemarsch in den Verhandlungssaal. Unser Seminarleiter klärte die Situation auf, worauf hin der Richter die Verhandlung ordnungsgemäß begann. Als beide Parteien den Saal verliessen, um sich wegen einem Vergleich zu beraten, fragte der Richter nach unserer Meinung. Die erste Verhandlung war rasch vorbei und es folgte ein paar Minuten später die nächste. Der Anwalt des Beklagten verschlief den Termin. Da man beim Arbeitsgericht um eine gute Zusammenarbeit bemüht ist, kam der Anwalt um ein Versäumnisurteil gerade nochmal herum.

Der dritte Fall war spannend, denn es betraf das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Heute weiss ich, das Flugbegleiterinnen bereits als Leiharbeitskräfte eingesetzt werden und zwar unter prekären Konditionen. Leider konnten wir bis zum Ende der Verhandlung nicht bleiben, denn das Hotel war außerhalb von Bremen und das Mittagessen wurde extra wegen unserer Truppe warmgehalten.

Fazit: Werde mir einmal im Monat frei nehmen, um auf’s Arbeitsgericht zu gehen. Man lernt dort ungemein viel.

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Bildquelle: pixelio.de
Foto by Grey59

Über YodaL

Ich beschäftige mich seit mehr als 20 Jahren mit TaiChi und QiGong und der damit verbundenen Philosophie. Im Laufe der Zeit hat das Interesse daran nie nachgelassen, im Gegenteil! Es ist vielfältiger und anspruchsvoller geworden. In meinem Weltbild ist alles miteinander verbunden. Kein Lebewesen und Ding kann aus sich heraus allein existieren. Alles hat eine Ursache und eine Wirkung. Wir leben um Erfahrungen zu sammeln und unser Selbst weiterzuentwickeln. Alles in der Natur bewegt sich zyklisch und kehrt in neuer Form immer wieder. Und da es keinen Grund gbit, warum sich unsere Seelen nicht auch immer wieder eine neue Form suchen, glaube ich an eine Wiedergeburt. Das problematische an unserem Dasein ist, daß wir uns mit unserer Rolle in dieser Welt zu sehr identifizieren und dabei unser wahres Selbst vergessen.
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